Sind Sie noch zufrieden mit Ihrer Elektrik im Haus? Das fragen wir jetzt nicht als Fachleute, sondern ganz allgemein: Ärgern Sie sich zum Beispiel darüber, dass nie Steckdosen frei sind? Sind Sie oft mit Mehrfachsteckdosen unterwegs? Haben Sie schon einmal einen „gewischt“ bekommen? Oder hätten Sie gerne diese praktischen Funktionen, die Smart Home bietet? Wenn Ihre Elektrik ansonsten nicht beanstandet wurde, können Sie auch ohne Sanierung eine Menge machen – zu überschaubaren Kosten.

So, jetzt sind wir doch wieder die Fachleute. Denn bevor wir auf die Nachrüstung zu sprechen kommen, noch ein kurzes Wort zur Sicherheit: Veraltete Elektrik kann sehr gefährlich sein. Ist die Anlage zum Beispiel über 40 Jahre alt (vielleicht sogar noch aus Aluminium), überlastet, nicht geerdet oder schwer beschädigt, muss sie komplett erneuert werden. Um das herauszufinden, bietet sich ein E-Check an. Finden wir hier keine gravierenden Mängel, kann sie bleiben. Das ist der so genannte Bestandsschutz, der den Weg zur Nachrüstung freimacht. Den E-Check bieten wir als Innungsbetrieb an und er kostet wirklich nicht die Welt.

Elektro-Nachrüstung: FI-Schalter, Steckdosen und Smart Home

Typisch für Nachrüstungen sind drei Bereiche: die Sicherheit, die Erweiterung und die Vorbereitung für smarte Anwendungen.

  • Bei der Sicherheit geht es häufig um fehlende FI-Schalter. Ein FI-Schalter sitzt im Sicherungskasten und schützt die Nutzer vor Stromschlägen.
  • Unter die Erweiterung fallen der Anschluss weiterer Zimmer oder das Setzen zusätzlicher Steckdosen und Schalter inklusive Verkabelung.
  • Die Vorbereitung auf smarte Anwendungen kann kabelgebunden erfolgen, aber auch zum Beispiel über Funk. Das erspart aufwändige Arbeiten.

Warum ist der FI-Schalter so wichtig?

Sicherungen kennen wir alle: Sie unterbrechen den Stromkreis bei Überlastung, zum Beispiel wenn die Geräte zu viel Strom ziehen. Der Fehlerstromschutzschalter misst dagegen den ein- und ausgehenden Strom. Ein Fehlerstrom ist der, der zwar hin-, aber nicht wieder zurückgeführt wird. Er hat sich den Weg dann woanders gesucht, zum Beispiel durch ein Gerät, einen Menschen und die Erde. Klassischer Fall: Der Föhn fällt in die Badewanne. In diesem Fall unterbricht der FI-Schalter den Stromkreislauf innerhalb von Millisekunden.

Viele Wohnungen, gerade in Altbauten, haben keinen FI-Schalter, denn es gibt keine Pflicht zur Nachrüstung. Eigentlich unbegreiflich, denn dadurch können Leben gerettet werden. FI-Schalter werden direkt am Sicherungskasten eingebaut: Wir setzen ihn auf die Hutschiene und verdrahten die abgehenden Leitungen neu.

Neue Steckdosen und Schalter: Was geht, was geht nicht?

Ein besonders häufiger Fall der Nachrüstung ist die Erweiterung der Anlage. Gerade ältere Wohnungen verfügen oft über eine frustrierend geringe Anzahl an Steckdosen – früher musste man ja nicht zuhause am PC arbeiten und sein Handy aufladen. Neue Steckdosen können gut über Sockelleisten oder Kanäle verlegt werden – das ist ziemlich schnell gemacht und erspart staubige Stemmarbeiten.

Zu beachten ist, dass neue Teile der Elektroverkabelung den aktuellen technischen Normen genügen. Die neuen Steckdosen müssen über einen FI-Schalter abgesichert sein. Einfach die Leitungen nach altem Standard verlegen geht also nicht.

Smart Home – wie geht es minimalinvasiv?

Wenn Sie demnächst Ihr Zuhause intelligent steuern wollen, dann bieten sich Funklösungen an. Das erspart das Verlegen von Kabeln – es wären viele, denn die Steuerung ist mit einer Menge Schaltern und Sensoren verbunden. Funkaktoren lassen sich leicht hinter bestehende Schalter und Dosen installieren. Da sie trotzdem Platz brauchen, benötigen Sie hierfür tiefe Steckdosen: Sechs Zentimeter ist die Mindesttiefe.

Außerdem brauchen die Aktoren eine eigene Stromversorgung. Dafür ist es wichtig, dass der Neutralleiter mit in der Dose liegt. Man erkennt ihn an der blauen Farbe. Sind die Dosen und Schalter gesetzt, lässt sich nachträglich ein Smart-Home-System ohne baulichen Aufwand einrichten.