„Da hab ich einen gewischt gekriegt!“ – das hört man oft, und meist als lustig verpackte Abenteuer-Anekdote. Tatsächlich kommt es im Haushalt öfter zu Stromschlägen, als man denkt: Mal ist man auf ein Kabel getreten, das vom Hauskaninchen angefressen wurde, mal hat man mit einem Messer versucht, eine Scheibe aus dem Toaster zu bekommen. Leider gehen manche Geschichten nicht so harmlos aus. Denn auch wenn er „Niederspannung“ heißt: Haushaltsstrom ist immer gefährlich.

Ampere, Volt, Ohm: Das hatte man mal in Physik. Aber Strom ist real und umgibt uns täglich – auch da, wo wir uns sicher fühlen. Dass das nicht immer so ist, zeigen uns die Statistiken. Zwar sinkt erfreulicherweise die Zahl der Stromunfälle, aber das eigene Zuhause birgt immer noch viele Gefahren, die nur wenige wirklich kennen. Hätten Sie es gewusst? Hier sind 10 interessante Fakten rund um Stromgefahren im Haushalt.

  1. Ab 10 Milliampere kann man nicht mehr loslassen

Kommt die Haut mit 10 Milliampere in Kontakt, verkrampfen sich die Muskeln bereits so stark, dass es unmöglich wird, die Stromquelle aus eigener Kraft loszulassen. 10 Milliampere sind wenig: elektrische Haushaltsgeräte werden im Ampere-Bereich betrieben.

  1. Schon 50 Volt können lebensgefährlich werden

Wechselstrom ist grundsätzlich gefährlicher als Gleichstrom. Steckdosen stehen unter einer Spannung von 230 Volt – aber auch niedrigere Spannung kann gefährlich werden. Damit sind schon Halogenlampen und E-Bike-Akkus mit Vorsicht zu genießen.

  1. Je feuchter, desto gefährlicher

Neben Stromstärke (Ampere) und Spannung (Volt) ist auch der Widerstand (Ohm) entscheidend für das Risiko. Trockene Haut hat einen Widerstand von etwa 1000 Ohm. Ist die Haut feucht, sinkt der Wert rapide. Wasser und Strom sind eine fatale Kombination. Man kennt das vom Fön in der Badewanne, aber schon Mobiltelefone können im Wasser gefährlichen Strom freisetzen. Bei alten, schlecht gesicherten Waschmaschinen kann die Abdeckung unter Strom stehen. Umso schlimmer, wenn dann auch noch Wasserperlen darauf sind.

  1. Die Dauer entscheidet über die Schäden mit

Je länger (und je großflächiger) der Kontakt mit dem Strom ist, desto gravierender werden die Folgen. Daher ist es so wichtig, dass er so schnell wie möglich unterbrochen wird. Mit jeder Sekunde länger steigen die Schäden an Haut, Nerven, Herz und anderen Organen.

  1. Die häufigsten Gefahrenquellen: Kabel, Steckdosen, Elektrogeräte

Am häufigsten kommen Menschen mit Strom in Kontakt, wenn Kabel defekt, Steckdosen überlastet oder Elektrogeräte schlecht isoliert sind. Vorsicht bei Billigeinkäufen im Internet: Diese Geräte können Gefahrenquellen sein! Der Klassiker sind Ladekabel, von denen mittlerweile in jedem Haushalt viele vorhanden sind. Ein anderer Klassiker: Kabelsalat und weitverzweigte Verteilung vor der Steckdose.

  1. Bastler und Kinder leben am gefährlichsten

Hantieren mit Strom ist etwas für Fachleute, nicht für Laien. Immer wieder kommt es zu Unfällen, weil Menschen selbst an Geräten oder gar Leitungen herumschrauben. Beim Wechseln einer Lampe muss unbedingt die Sicherung ausgeschaltet werden. Kinder neigen manchmal dazu, Dinge in Steckdosen einzuführen – wenn diese gut leiten, etwa Haarnadeln oder Büroklammern, dann kommt es zu Stromschlägen. Auch Haushaltsarbeiten wie die Reinigung von Steckdosen (z. B. mit einem Metallschwamm) können schnell gefährlich werden.

  1. Erst trennen, dann anfassen

Bei jedem Unfall gilt: Erst Stecker ziehen oder Sicherung ausschalten! Wer dem Opfer helfen will, bringt sich sonst in Gefahr, denn er gerät über den Körper selbst in den Stromkreis. Und wer hat schon Elektrikerhandschuhe zuhause?

  1. Viele Unfälle passieren durch Stürze

Was wenige wissen: Selbst wenn der Strom selbst noch ungefährlich ist, kann der Schlag üble Folgen haben. Man kann zum Beispiel von einer Leiter stürzen. Übrigens sind auch herumliegende Kabel eine tückische Stolperfalle.

  1. FI-Schutzschalter gehören in jeden Haushalt

FI-Schutzschalter sind dazu da, den Strom innerhalb von Millisekunden automatisch abzuschalten, wenn ein so genannter Fehlerstrom festgestellt wird. Fehlerstrom heißt: Es fehlen (Milli-)Ampere im Stromkreis – etwa, wenn sie durch einen Körper gehen. Moderne Haushalte sind in der Regel mit einem FI-Schutzschalter ausgestattet, ältere oft nicht.

  1. Der E-Check schafft Sicherheit und kostet nicht viel

Wer wirklich Sicherheit haben will, lässt die Finger vom Strom und achtet auf sichere Geräte und Leitungen. Da Laien letzteres oft nicht sicher abschätzen können, gibt es den E-Check. Als zertifizierter Innungsbetrieb bieten wir eine Komplettprüfung aller Geräte und der Elektroinstallation an. Das ist schneller gemacht als man denkt, kostet nicht die Welt und trägt erheblich zur Unfallvermeidung bei.