Wie sicher und komfortabel ist Ihre Elektrik? Um das zu wissen, brauchen Sie nicht lange zu recherchieren: Es gibt eine Richtlinie, die Ihnen mit einem ganz einfachen Sterne-System zeigt, wie zukunftsfähig Ihre elektrischen Anlagen sind. Mehr noch: Sie können anhand dieses Sternesystems auch entscheiden, welche Qualität auf Ihre Bedürfnisse passt. Kleiner Tipp: Wenn Sie nur eine Steckdose pro Raum haben und nur zwei Sicherungen für die ganze Wohnung, besteht ohnehin Handlungsbedarf.

RAL: Das kennt man eher von Farbwerten für Lacke – aber dahinter steht ein breit aufgestelltes System von Richtlinien, die das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung aufgestellt hat. Diese besitzen nicht die Verbindlichkeit von Normen, sondern definieren darüber hinaus Ausstattungsmerkmale, die sehr nützlich und oft kostensparend sind. Das ist gerade bei Elektroinstallationen eine gute Entscheidungshilfe, denn wir nutzen immer mehr elektrische Geräte und sind immer aufgeschlossener für energetische Optimierung. Werfen wir also einen Blick in die RAL-RG 678.

Elektrik zuhause und im Geschäft nach dem Michelin-Prinzip

Diese Richtlinie wurde vor 15 Jahren gründlich reformiert, um die Energieeffizienz angemessen zu berücksichtigen. Sie gilt grundsätzlich für alle Wohnungen, aber auch für Geschäftseinheiten. Das Schöne an der Richtlinie ist, dass man exakt nachvollziehen kann, wie gut eine Installation wirklich ist, denn die Kriterien sind immer gleich. Einigt man sich vertraglich auf ein Qualitätsniveau, zum Beispiel bei Neubau oder Sanierung, ist allen Beteiligten klar, wie eine Anlage beschaffen sein muss.

Das System ist so einfach wie ein Michelin-Führer, mit ein bis drei Bewertungssternen:

  • Ein Stern kennzeichnet die Mindestausstattung nach gültiger Norm. Das ist bei uns die DIN 18015-2. Nach ihr hat sich jeder Elektrobetrieb zu richten.
  • Zwei Sterne gibt es für die Standardausstattung. Das bedeutet: in allen Räumen ausreichend Steckdosen, Beleuchtungsanschlüsse, Daten- und TV-Anschlüsse, dazu separate Geräteanschlüsse mit eigenem Stromkreis, zum Beispiel in der Küche. Die Komponenten haben gute Qualität und ermöglichen auch zukünftige Anwendungen.
  • Drei Sterne werden für die Komfortausstattung vergeben. Diese umfasst nochmals mehr Anschlüsse und Stromkreise. So wird praktisch jedes Zimmer als Arbeitsraum nutzbar, Mehrfachsteckdosen überflüssig und verschiedene Lichtszenarien sind möglich. Schalter sind so platziert, dass Wege maximal eingespart werden.

5 Zukunftsbereiche von Smart Home geben Pluspunkte

Hinzu kommen Plus-Merkmale. Die beziehen sich auf Gebäudesystemtechnik nach DIN 18015-4, also Smart-Home-Anwendungen, und zwar in fünf Bereichen:

  • Schalten und Dimmen (zum Beispiel eine Zentral-Aus-Funktion)
  • Sonnenschutz (zum Beispiel automatisch aktivierte Rollläden und Jalousien)
  • Sicherheit (zum Beispiel vernetzte Rauchmelder oder Anwesenheitssimulation)
  • Heizen, Lüften und Kühlen (zum Beispiel das Erkennen von offenen Fenstern)
  • Energiemanagement (zum Beispiel Eigenverbrauchsoptimierung bei PV-Anlagen)

Eins plus bedeutet, dass die Mindestausstattung so verlegt wird, dass solche Anwendungen für die Zukunft vorbereitet werden. Zwei plus bedeutet die Realisierung von mindestens einem, drei plus von mindestens zwei Bereichen über die höheren Ausstattungsmerkmale hinaus.

Das ist alles andere als Spielerei: Je besser, komfortabler und zukunftsfähiger die Elektroausstattung, desto höher der Nutzwert und damit auch der Immobilienwert. Die Räume lassen sich komplett flexibel belegen, Heiz- und Stromkosten werden gesenkt, Zeit gespart und eine Menge Gefahrenquellen abgestellt. Nicht nur haben Sie Ruhe für Jahrzehnte, sondern auch ein gutes Geschäft gemacht: Die Investition amortisiert sich schnell und die Zusatzkosten für die Installation werden vom Wertzuwachs deutlich übertroffen.